Es wird jeder Station ein Auswertungsprogramm zur Verfügung gestellt, welches verschiedenste Auswertungen sofort ermöglicht. Zusätzlich erarbeitet die Forschungsgruppe Metrik übergreifende Vergleiche und stellt sie in regelmäßigen Abständen den beteiligten Einheiten zur Verfügung.

  1. Die Basisauswertung

    Eine Übersicht über mögliche Auswertungen liefert die nachfolgende Abbildung. Hinter den Buttons sind Auswertungstabellen und Grafiken hinterlegt.

Grafische Auswertungen sollen den ungeübten Lesern den Zugang erleichtern:

Ein Vergleich mit Stationen gleicher Fachrichtung gibt Anregungen für die Optimierung der eigenen Arbeit:

So benötigt die Innere 2 deutlich mehr Zeit für Visiten, während bei den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten beide Stationen gleich auf sind. Unterschiede und Ähnlichkeiten bieten hier eine Grundlage zu sachlichen Gesprächen über Besonderheiten und Lernpotenziale der verschiedenen Stationen.

Aber auch einfache Tabellen, die wichtige Zusammenhänge kompakt darstellen, sind integriert:

Fallgruppen

Mittlere 
Personal-
Gesamtkosten

Standard-
Abweichung

Anzahl Patienten (die erfaßt wurden)

Umsatz (Summe der Personalkosten über alle Fälle)

Erkrankungen der Gefäße, des Blutes, bzw. mit Auswirkungen auf das Blut

709 DM

730,92 DM

2

1.418,41 DM

Erkrankungen mit Einschränkung der Atmung

233 DM

278,60 DM

6

1.398,55 DM

Erkrankungen mit Einschränkungen im Magen - Darmbereich

325 DM

341,50 DM

12

3.903,48 DM

Herz - Kreislauferkrankungen

172 DM

143,00 DM

19

3.279,33 DM

Hirninfarkt, -blutung, Schlaganfall

397 DM

413,85 DM

8

3.183,01 DM

Unterschiedlicher Personalbedarf bei einzelnen Fallgruppen zeigt deutlich, dass auch die Patientenzusammensetzung einen großen Einfluss auf die Belastungssituation der Stationen hat.

Fallgruppe

mittlerer Zeitbedarf pro Fallgruppe u. Tag

Innere 1

Innere 2

Erkrankungen der Gefäße, des Blutes bzw. mit Auswirkungen auf das Blut

3,9

5,3

1,6

Erkrankungen mit Einschränkung der Atmung

2,3

1,7

3,2

Erkrankungen mit Einschränkung im Magen - Darmbereich

2,0

2,4

0,9

Herz - Kreislauferkrankungen

1,1

1,1

1,0

Hirninfarkt, -blutung, Schlaganfall

3,1

3,7

0,9

Krankheiten durch psychische Störungen

4,2

0,6

11,2

Sonstiges

3,1

1,8

6,5

 

Prozessanalysen

Die Ergebnisse ermöglichen auch Prozessanalysen auf verschiedenen Ebenen: einerseits können Doppelarbeiten identifiziert werden, andererseits können patienten- und mitarbeiterbezogene Belastungsspitzen erfasst und dann in konkrete Prozessoptimierungsprojekte umgesetzt werden.

So veranschaulicht folgende Auswertung die unterschiedliche Inanspruchnahme der Patienten im Tages- und Wochenverlauf. Es existieren Belastungsspitzen von 6-7 Uhr und von 11-12 Uhr während die Zeit von 10-11 Uhr vergleichsweise ruhig ist. Auch die typische "Wochenendruhe" ist gut zu erkennen.

 

Folgende Tabelle veranschaulicht den unterschiedlichen Zeitbedarf, der an den verschiedenen Behandlungstagen anfällt und den enormen Mehrbedarf, der am Aufnahmetag anfällt.

Aber auch alte Gewohnheiten, wie das nächtliche Waschen der Patienten, die Verteilung der Visiten über den gesamten Tagesablauf oder das ausschließliche Aufnehmen der Patienten am Vormittag werden transparent gemacht und damit potenziell veränderbar.

 

Detailanalysen geben dann genaueren Aufschluss über den Hintergrund der Aktivitäten. So erklärt sich der Zeitbedarf der Aufnahme zwischen 4 - 5 Uhr durch ungeplante Notfallaufnahmen.


Sonderauswertungen

Individuelle Zusatzauswertungen werden auf Wunsch angefertigt und ermöglichen zum Beispiel die Überprüfung der Einhaltung von festgelegten Behandlungsabläufen bezüglich ihrer zeitlichen Abfolge und der eventuell anfallenden Wartezeiten.

Erfassungsaufwand

Nach einer Schulung und kurzen Übungsphase ist mit einem zeitlichen Mehraufwand von ca. 10-15 Minuten je Mitarbeiter und Arbeitstag zu rechnen.

Da die Erfassung gleichzeitig den Bereich der Tätigkeitsdokumentation in der Patientenakte abdeckt und somit als Unterstützung der bisher geleisteten Dokumentation dient, relativiert sich der genannte Zeitaufwand entsprechend.

Weitere Auswertungsbeispiele

Die quantifizierte Darstellung von Leistungsstrukturen gibt Hinweise, welche Themengebiete Diskussionen und Vereinbarungen auf qualitativer Ebene veranlassen. Z. B. bedeuten unterschiedliche Anteile an prophylaktischen Maßnahmen nicht zwangsläufig unterschiedliche Qualitätsniveaus. Ein Austauschbedarf auf inhaltlicher Ebene wird dabei aber deutlich. Und verschiedene Anteile an Visitenzeiten zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen der Ärzte. Es stellt sich die Frage, welche Organisationsform wird dem Pflege-, Medizin- und Einrichtungsverständnis gerechter?

Die PPR lässt sich mittels Ist -Soll- Vergleich überprüfen:

Auch diese Auswertungstabelle gibt Hinweise, die einer tieferen Betrachtungsperspektive, bzw. einer Abweichungsanalyse bedürfen. Verschiedene Gründe können für die Abweichung verantwortlich sein. Zum einen könnte eine falsche Einstufung vorgenommen worden sein, es könnte aber auch eine mangelhafte Leistungserfassung vorliegen. Des Weiteren könnten aber auch Hinweise auf eine personelle Unterbesetzung vorliegen, wenn sich erweist, dass die Gesamtarbeitszeit keine Leerlaufzeiten beinhaltet. So effektiv, wichtig und hilfreich das Instrument der DTA ist, hier zeigen sich auch seine Grenzen. Vollständig erfasst werden kann der Pflegeaufwand. Bzgl. des Pflegebedarfs ist dies nur begrenzt möglich, da Kategorisierungssysteme, so auch die Sollvorgaben der PPR, noch nicht erforscht sind.

Die PPR-Eingruppierung lässt sich des Weiteren in Bezug auf Fallgruppen darstellen. Dies ist eine beispielhafte Darstellung, die generell passende Eingruppierung wird sich im DRG - Bezug relativieren:

Und es lässt sich zuverlässig ermitteln, wie hoch der Personalkostenanteil ist:

Fallgruppe

mittlere Personalkosten 
pro Fallgruppe
in DM

Innere 1
in DM

Innere 2
in DM

Erkrankungen der Gefäße, des Blutes bzw. mit Auswirkungen auf das Blut

564

716

261

Erkrankungen mit Einschränkung der Atmung

270

236

299

Erkrankungen mit Einschränkung im Magen - Darmbereich

275

336

89

Herz - Kreislauferkrankungen

143

165

104

Hirninfarkt, -blutung, Schlaganfall

336

400

80

Krankheiten durch psychische Störungen

452

78

1199

Sonstiges

536

391

754

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine fallgruppenbezogene Darstellung kann folgendermaßen aussehen. Jede Art von Differenzierungsgrad ist dabei integrierbar, d.h. die Fallgruppen lassen sich z.B. mühelos durch DRG-Gruppen ersetzen.

Übergreifende Analysen auf Tätigkeitsgruppenniveau sind genauso möglich:

Ebenso wie Detailanalysen auf Einzeltätigkeitsebene:

Gruppen-
bezeichnung

Tätigkeits-
bezeichnung

Anteil

mittlerer Zeitbedarf

Standard-
abweichung

Anzahl der
Aktionen

Administration

Archiv, Sekretariat

0,3%

0,24

0,19

5

Administration

Hol- u. Bringdienst

2,5%

0,16

0,28

63

Administration

Lagerkontrolle, Bestellung

0,4%

0,27

0,17

6

Administration

Telefon

1,1%

0,06

0,07

73

Anleitung

Einarbeitung neuer Mitarbeiter

0,0%

0,02

 

1

Anleitung

MentorIn, SchülerIn, MA

0,1%

0,48

 

1

Atmung

Absaugen oral, tracheal, nasal

0,1%

0,09

0,05

4

Atmung

Inhalation

0,0%

0,10

 

1

Aufnahme

 

0,8%

0,18

0,19

19

Aufnahme

 

2,1%

0,28

0,21

30

Ausscheidung

 

0,4%

0,10

0,08

16

Ausscheidung

 

0,5%

0,13

0,27

15

Ausscheidung

 

1,4%

0,11

0,09

50

Ausscheidung

 

0,6%

0,12

0,06

22

Ausscheidung

 

1,2%

0,29

0,55

17

Betten

 

7,9%

0,16

0,18

199

Dienstgespräche

 

0,9%

0,62

0,39

6

Dienstgespräche

 

0,5%

0,22

0,16

9

Dienstgespräche

 

7,8%

0,34

0,24

92

Entlassung

 

0,2%

0,13

0,04

7

Entlassung

 

0,0%

0,02

 

1

Entlassung

 

0,4%

0,29

0,18

6

Ernährung

 

5,5%

0,26

0,22

86

Ernährung

 

1,1%

0,26

0,19

17

Ernährung

 

0,9%

0,16

0,13

23