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Patientenbefragung: Herausforderung für das Pflegeteam

Der Erfolg einer Patientenbefragung hängt nicht nur von der Motivation des Pflegepersonals ab, sondern auch von der richtigen Vorbereitung. Denn bei den Patienten ist nicht selten Überzeugungsarbeit nötig.

 

Das Bett ist leer, der Patient gegangen und auf dem Nachttisch liegt unausgefüllt der Fragebogen. Nicole Mateja hat das schon häufig erlebt; als Krankenschwester in der Bad Nauheimer Helios-Klinik hat sie bereits an mehreren Patientenbefragungen teilgenommen. „Das Hauptproblem ist: Wie machen wir das ganze attraktiver“, sagt sie.

Erfahrungsgemäß haben einige Patienten Vorbehalte  – die sich oft mit wenigen Argumenten aus der Welt schaffen lassen. Andere fühlen sich überfordert: „Viele ältere Patienten können den Fragebogen nicht allein ausfüllen“, sagt Mateja. Diese Gruppe kann das Pflegepersonal gezielt unterstützen: Sei der Fragebogen nach mehreren Stunden nicht abgegeben, sollten die Schwestern und Pfleger ihre Hilfe anbieten.

Wer eine Patientenbefragung macht, muss vorher Verantwortungen und Kompetenzen klären – so das Fazit von Beate Weber, Leiterin der Abteilung Qualitätsmanagement des Geschäftsbereichs Marketing bei der MTG Malteser Trägergesellschaft. Wichtig sei nicht nur eine zentrale Leitung, es müsse auch eine Kompetenzgruppe gebildet werden, die für die Nachbereitung zuständig sei und Ziele festlege. Zur Vorbereitung gehörten unter anderem Informationsschreiben an die Mitarbeiter und Vorgaben zur Erfassung der Daten.

Viele Kliniken benennen Mentoren, die die Patientenbefragung auf den Stationen begleiten. „Man braucht ein gutes Team und gute Mentoren“, bestätigt Helmina Linse, Qualitätsmanagementbeauftragte am Klinikum Offenburg. Die Klinik hatte 2004 die erste professionelle Patientenbefragung bei der  Forschungsgruppe Metrik in Auftrag gegeben. Insgesamt beteiligten sich fast tausend Patienten.

Das Fazit ist positiv: Es sei „nicht schwierig“ gewesen, die Befragung in den Tagesablauf zu integrieren, sagt Linse. „Da, wo ich viel Präsenz gezeigt und die Mitarbeiter motiviert habe, ist es gut gelaufen“. Viele Mitarbeiter seien selbst neugierig auf die Ergebnisse gewesen.

Die Patienten reagierten sehr unterschiedlich: „Man kann nicht davon ausgehen, dass sich frisch Operierte für unsere Fragebögen interessieren“, sagt Linse. Auch Patienten, die nur sehr kurz in eine Klinik kommen, sind erfahrungsgemäß weniger motiviert. Häufig habe man aber gerade die zufriedenen Patienten bitten müssen, den Fragebogen auszufüllen. Sie hielten die Beantwortung der Fragen schlicht für überflüssig, weil sie „nichts zu meckern“ hatten – wie die Schwestern und Pfleger herausgefunden haben.

Insgesamt seien die Reaktionen „positiv“ gewesen, so Linse. 98 Prozent der Befragten gaben an, sie würden wiederkommen.

Das Klinikum Offenburg verzeichnete eine Rücklaufquote von 38 Prozent. Helmina Linse hat sich vorgenommen, dies zu steigern. Sie will die Patientenbefragungen in Zukunft intensiver begleiten und noch stärker auf die Befindlichkeit der Patienten eingehen. So sollen etwa nur noch diejenigen befragt werden, die längere Nachuntersuchungen haben: „Wer sich nur eine Hautwarze wegschneiden lässt, der lässt sich hinterher kaum befragen“, sagt Linse.

Oft hat eine Patientenbefragung auch für das Pflegepersonal positive Nebeneffekte, so die Erfahrung in der Helios-Klinik Bad Nauheim: „Unsere Pflege wurde mit am positivsten bewertet“, sagt Krankenschwester Nicole Manteja. „Mich motiviert das schon.“ Ähnlich sieht es ihre Kollegin Uta Fischer: „Auch der Arbeitgeber wird durch eine Befragung animiert, mal ‚Danke’ zu sagen“, sagt sie.

 

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