Hinweise zu den Interviews bei Bewohnerbefragungen

Im Rahmen der Bewohnerbefragung empfiehlt die Forschungsgruppe Metrik die Erhebung der Fragebögen mittels vollstrukturierter Interviews. Im Folgenden sollen die wichtigsten Aspekte für diese Entscheidung kurz erörtert werden.

 

  • Grundlegende Problematik bei der Befragung von Bewohnern mittels selbstausgefülltem Fragebogen:

  • Stichprobeneffekte
    Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit einiger Bewohner verhindert die Vollerhebung aller Personen. Dieses führt zu einer systematischen Verzerrung der Ergebnisse. Dies schließt meist gerade die besonders interessante Gruppe der stärker zu pflegenden Personen aus.

  • Befragungseffekte
    Häufig muss davon ausgegangen werden, dass Bewohner aufgrund einer erheblichen Unsicherheit sich beim Ausfüllen des Fragebogen Hilfe holen. Eine Hilfe durch Angehörige oder Personal ist aber als äußerst kritisch anzusehen, da von starken Beeinflussungseffekten auszugehen ist. Dies gilt besonders bei Hilfe durch Angehörige. Ohne Hilfe jedoch verstärken sich die oben genannten Stichprobeneffekte.

  • Vergleichseffekte
    Die Mehrheit der von der Forschungsgruppe Metrik befragten Häuser wurde mittels Interviews erhoben. Aus den oben genannten Problemen ergibt sich daraus eine eingeschränkte externe Vergleichsmöglichkeit mit Häusern die nur mittels selbst ausgefülltem Fragebon erhoben wurden.

 

  • Die Durchführung der Interviews durch die Forschungsgruppe Metrik:

  • Auswahl der zu Interviewenden         
    Es wird empfohlen möglichst viele Bewohner zu interviewen. Eine Einschränkung besteht nur bei psychisch sehr eingeschränkten Personen oder Personen welche psychisch außergewöhnlich stark belastet sind. Als Richtlinie kann die Orientierung zur Person liegen.

  • Umfang und Art des Interviews         
    Interviewt wird auf Basis des Standardfragebogens. Die Dauer überschreitet in der Regel nicht 25 Minuten. Erfahrungen haben gezeigt, dass bei längeren Interviews die Aufmerksamkeit stark absinkt und die Güte der Befragung abnimmt. Es können pro Interviewer ca. 15 – 20 Interviews pro Tag ausgeführt werden. In der Abrechnung entspricht ein Interviewertag 15 Interviews. Die Abrechnung erfolgt pro Interview.

  • Die Interviewer           
    Die Interviewer werden durch die Forschungsgruppe sorgfältig ausgewählt und geschult. Sie gewährleisten einen ruhigen Ablauf im Haus und eine für den Bewohner angenehme Gesprächssituation.