von Maren Deringer 

 

Frau Deringer hat in einem landespsychiatrischen Krankenhaus eine Methode zur schnellen und effektiven Bildungsbedarfsanalyse entwickelt, mit anschließender Bewertungsmöglichkeit (Evaluation) der durchgeführten Maßnahmen.

Die Bildungsbedarfsanalyse als Instrument des Qualitätsmanagements:

Das Management der Qualität von Produkten und Dienstleistungen ist zu einem zentralen Anliegen sowohl in der Unternehmenspraxis als auch in theoretischen Abhandlungen der Betriebs- und Volkswirtschaft geworden. Im Zuge der Sparpolitik und des Sozialabbaus gewinnen diese Fragestellungen auch in der Sozialpolitik zunehmend an Bedeutung.

Wurde früher das Bewusstsein für Qualität vor allem in den Führungsetagen gefördert, ist man sich mittlerweile Bewusst, dass, wenn man ein wirklich gutes Ergebnis erreichen möchte, bei der Einführung des Qualitätsmanagements alle miteinbezogen werden müssen. Somit gilt heute bei der Einführung eines Qualitätsmanagements folgendes Prinzip: "top-down", denn die Hauptverantwortung für die Qualität liegt nach wie vor in der Führungsetage, sowie "bottom-up", also von unten nach oben, denn: wenn die Bedeutung für Qualität den MitarbeiterInnen nicht bewusst ist und sie sich durch Qualitätsmanagement nicht angesprochen fühlen, besteht auch keine Aussicht auf die erfolgreiche Umsetzung von Qualitätsmanagementkonzepten. So ist Fortbildung ein Instrument des Qualitätsmanagements.

 

Weiterbildung, spezifischer noch die innerbetriebliche Fortbildung, ist ein sehr dynamisches Feld. Bedingt durch ein rasches Innovationstempo, das ein ständiges Dazulernen seitens der Mitarbeiter/-innen einer Organisation erfordert, entstehen auch für die innerbetriebliche Fortbildung (IBF) immer neue Anforderungen. Zudem fand in den vergangenen Jahren eine Verlagerung von der Betonung rein fachlichen Könnens zu der Schwerpunktsetzung im Bereich der sozialen Kompetenz statt. Damit ist auch eine wichtige Aufgabe der IBF im Rahmen des Qualitätsmanagement, speziell im Dienstleistungsbereich, entstanden: es gilt, den Kund/-innen, Patient/-innen, Gästen,.. eine gleichbleibende Qualität unabhängig von Person, Zeit und Situation zu gewährleisten.

Innerbetriebliche Fort- und Weiterbildung muss im Sinne des Qualitätsmanagements in die Unternehmenszielsetzung strategisch einbezogen sein und wurde in den letzten Jahren zu einem der Schwerpunktbereich in der Qualitätsentwicklung.

Das Bewusstsein, ein strategisches Bildungscontrolling als Grundlage von Transfersicherung zu implementieren, stieg. Mehr und mehr wurden und werden Bildungsbedarfsanalysen methodisch erstellt. Das daraus entstehende vermeidet zu großen Teilen die Frustration der Bildungsbeauftragten, die nur zu oft vor leeren Seminarräumen und unmotivierten Teilnehmer/-innen standen. Auch werden so unnötige Kosten (für stattfindende, aber fast leere Seminare) vermieden und die MitarbeiterInnen werden nicht demotiviert (weder die DozentInnen noch die Teilnehmerinnen).

Als ein Ergebnis dieser Bildungsbedarfsanalyse entsteht ein Portfolio mit Handlungsanweisungen, wie mit welchen Themen in welcher Form umgegangen werden muss, um Erfolg zu haben.

 

Wie kommt man eigentlich zur Konzeption eines bestimmten Weiterbildungsangebotes?

 

Bildungsbedarfsanalyse als ein Instrument der Fortbildung

Meistens orientieren sich Weiterbildungsangebote im beruflichen Umfeld nach dem, was von "irgend jemand" als Bedarf angesehen und definiert wird. Möchte man aber Weiterbildung als ein Instrument des Qualitätsmanagement sehen, ist eine Bildungsbedarfsanalyse ein grundlegende Voraussetzung dafür.

 

Eine Bedarfsanalyse kann, ähnlich wie eine Ist-Soll-Analyse, nach proaktiven oder reaktiven Kriterien erfolgen.

 

5 Schritte zur Bedarfsplanung für die innerbetriebliche Fortbildung

 

Beratung  

Bedarfsermittlung

Bedarfsweckung

Programmplanung

Lernprozessgestaltung

 

 

Datenauswertung

Mit folgenden statistischen Methoden wurden die Daten bearbeitet:

  • Häufigkeitsauszählung

  • in absoluten Zahlen zur Erfassung der Basisdaten

  • explorative Faktorenanalyse mit Rotation nach dem Varimax-Verfahren

  • Reliabilitätsanalyse

  • Zusatzuntersuchung: T-Tests zwischen einzelnen demographischen Angaben und dem Antwortverhalten der TeilnehmerInnen

 

 

Forschungsgruppe Metrik 

An der alten Schule 16
36355 Bermuthshain

Tel. 0 66 44 - 91 91 55
Fax 0 66 44 - 91 91 57